Lade Veranstaltungen

« Alle Veranstaltungen

  • Diese Veranstaltung hat bereits stattgefunden.

Leibniz heute lesen: Wissenschaft, Geschichte, Religion

3. November 2016 - 4. November 2016

Internationales Symposium anlässlich des 300. Todestages von G. W. Leibniz

PDF

Mit Vortragenden aus den vier Akademien der Wissenschaften, die auf Entwürfe von Leibniz zurückgehen: Berlin, Leipzig, Moskau, Wien.

Konzeption:
Univ.-Prof. i.R. Dr. Herta Nagl-Docekal (Wien); Prof. Dr. Wenchao Li (Potsdam/Hannover)

Während seines letzten und längsten Aufenthaltes in Wien (1712-14) legte G. W. Leibniz dem Kaiser einen Plan für eine „Sozietät der Wissenschaften“ vor. Dieser Vorschlag konnte damals nicht sogleich verwirklicht werden, doch stellt der ursprüngliche Entwurf eine Verbindung her zwischen der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (die 1847 als „Kaiserliche Akademie der Wissenschaften in Wien“ gegründet wurde) und den drei anderen von Leibniz initiierten Akademien der Wissenschaften in Berlin (Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften, BBAW, vormals Königlich-Preußische Sozietät der Wissenschaften, deren erster Präsident Leibniz war), Leipzig (Sächsische Akademie der Wissenschaften, SAW) und Moskau (Russische Akademie der Wissenschaften, RAS, ursprünglich St. Petersburg).

Die österreichische Akademie der Wissenschaften nimmt den 300.Todestag von Leibniz (14. November 2016)  zum Anlass für die Veranstaltung eines internationalen Philosophie-Symposiums, an dem Vortragende aus allen vier von Leibniz initiierten Akademien der Wissenschaften teilnehmen. In diesem Rahmen werden Fragen nach der heutigen Aktualität des Leibnizschen Denkens erörtert. Zunächst wird Leibniz‘ Verständnis von Wissenschaft untersucht, vor allem im Blick darauf, welches Potential einer interdisziplinären Forschung außerhalb der universitären Sphäre beigemessen und wie das Prinzip „theoria cum praxi“ geltend gemacht wird. Auf diese Weise werden die theoretischen Grundlagen der Leibnizschen Akademiekonzeptionen herausgearbeitet, wobei im Speziellen auch thematisiert werden soll, welche Auswirkungen dieser institutionelle Rahmen auf die Entwicklung des Faches Philosophie hatte.

Bezugnehmend auf das Rahmenthema „Leibniz heute lesen“ werden – über die im engeren Sinn wissenschaftstheoretischen und akademierelevanten Fragen hinaus – Schlüsselbegriffe der Leibnizschen Philosophie erkundet, aus denen sich Kriterien für eine kritische Auseinandersetzung mit heute gängigen, szientistisch enggeführten Auffassungen des Menschen gewinnen lassen, wie dies z.B. für Leibniz‘ Verständnis von „Individualität“ gilt. Überdies soll erörtert werden, inwiefern Leibniz impulsgebend war für unterschiedliche Richtungen der zeitgenössischen Philosophie und Rechtstheorie, und welche Relevanz seine Auseinandersetzung mit religionstheoretischen Themen, z.B. mit der konfuzianischen Tradition, für den Diskurs über ein heute angemessenes Verständnis von Religion und über das Thema „religiöse Pluralität im modernen Rechtsstaat“ beanspruchen kann.

Dieses Symposium und die geplante Publikation der Vorträge sollen dazu beitragen, die Kooperation unter den vier genannten Akademien der Wissenschaften zu intensivieren und durch die Re-Lektüre Leibnizscher Schriften im internationalen gegenwartsphilosophischen Diskurs neue Akzente zu setzen.   

 

Programm (PDF) | Plakat (PDF)

Donnerstag, 3.11.2016

Festsaal der Österreichischen Akademie der Wissenschaften

17.15 -17.30

Begrüßung:                                                                                                                                            Anton Zeilinger, Präsident der ÖAW

17.30 – 18.00

Herta Nagl-Docekal (ÖAW):
Einleitung: Leibniz heute lesen

18.00 – 18.30

Wenchao Li (Leibniz-Edition Potsdam der BBAW, Leibniz-Stiftungsprofessur Hannover):
Das Leibniz-Jahr 2016 in Hannover und Berlin-Potsdam

18.30 – 19.15

Jürgen Mittelstraß (BBAW / ÖAW):
Leibniz über Forschung zwischen Theorie und Praxis

 

Freitag, 4.11.2016                                                                                                                                            Theatersaal der Österreichischen Akademie der Wissenschaften

9.00 – 9.40

Eberhard Knobloch (SAW / BBAW)
Die Leibniz‘sche Akademiekonzeption

9.40 – 10.20

Abdusalam Guseynov (Institut für Philosophie, RAS):
Die Bedeutung der Akademie der Wissenschaften für die Entwicklung der Philosophie in Russland

10.20 – 11.00

Thomas Wallnig (Universität Wien):
Leibniz verlässt Wien, ohne eine Akademie gegründet zu haben – was nachher geschah

[Moderation: Hans-Dieter Klein]

11.00 – 11.20

Kaffeepause

11.20 – 12.00

Volker Gerhardt (BBAW):
Individualität bei Leibniz

12.00 – 12.40

Wenchao Li (Leibniz-Edition Potsdam der BBAW, Leibniz-Stiftungsprofessur Hannover):
Die Perspektive des Anderen

[Moderation: Herta Nagl-Docekal]

12.40 – 14.30

Mittagspause

 

14.30 – 15.10

Victoria Lysenko (Department for Oriental Philosophy Studies, RAS)
The Monadology in the Perspective of an Atomistic Approach: some Indian Parallels

15.10 –  15.50

Pirmin Stekeler-Weithofer (SAW):
Leibniz als Ideengeber für die (anti-)kopernikanische Wende der Denkungsart in der klassischen deutschen Philosophie

[Moderation: Wenchao Li]

  1. 40 – 16.00

Kaffeepause

16.00 – 16.40

Hans-Dieter Klein (ÖAW):
Philosophisches System und religiöse Pluralität. Fragen aus monadologischer Perspektive

16.40 – 17.20

Ludwig Nagl (Universität Wien):
Drei neuere Blicke auf Leibniz: Charles Sanders Peirce, Gilles Deleuze, John Rawls

[Moderation: Volker Gerhardt]

Details

Beginn:
3. November 2016
Ende:
4. November 2016
Veranstaltungskategorie:
Veranstaltung-Tags:
,
Webseite:
http://www.oeaw.ac.at/leibniz-heute-lesen/

Veranstalter

Österreichische Akademie der Wissenschaften
Telefon:
+43 (1) 515810
E-Mail:
marianne.baumgart@oeaw.ac.at
Webseite:
http://www.oeaw.ac.at

Veranstaltungsort

Österreichische Akademie der Wissenschaften
Dr.-Ignaz-Seipel-Platz 2
Wien, 1010 Österreich
+ Google Karte
Telefon:
0043 (1) 51581-0
Webseite:
http://www.oeaw.ac.at